Rising

Sie war wütend. Die Wut brannte wie ein Feuer in ihren Eingeweiden und beherrschte für die nächsten Tage ihr Denken. Wie konnte sie sich so idiotisch benehmen? Hatte sie bisher nichts gelernt und war sie immer noch so ein kleines Mädchen das sich an der Nase herumführen ließ? Hatte die Lust zwischen Ihren Beinen die Führung übernommen? Sie war so abgelenkt, dass selbst ihre Kollegen sie auf ihre geistige ‚Abwesenheit‘ ansprachen.  Noch immer ging sie in Gedanken den Schriftverkehr mit diesem Idioten durch – soweit ihr das möglich war, denn es war alles weg. Er hatte all seine Spuren gründlich gelöscht und eine Mitteilung an den Seitenbetreiber hatte nur eine lapidare Auskunft gebracht #Für die Handlungen unserer Mitglieder sind wir nicht verantwortlich#

Sie musste sich ein anderes Portal suchen, hier fühlte sie sich nicht mehr sicher. Auch wenn ihr so etwas durchaus nochmal passieren konnte, wollte sie doch ihr möglichstes tun, dass die ‚Qualität‘ ihres Gegenübers etwas höher war als bei den Kerlen die sie bisher gehabt hatte.

Der ‚Gentleman‘ Teil II

Langsam trat er hinter sie. Er war nur unwesentlich größer, schlank und hatte, soweit sie das erkennen konnte dunkle kurze Haare.  Aber irgendwie hatte sie ein komisches Gefühl. Seine Ausstrahlung passte so gar nicht zu dem Typ Mann den er online vermittelt hatte. Aber, sie konnte sich auch irren. Sie hatte ihn ja nur kurz von der Seite gesehen und wirklich viel hatten sie ja noch nicht gesprochen. Auf was sie sich da wieder eingelassen hatte. Sie sollte sich nicht so von Ihrer Lust und den Hormonen dominieren lassen. Aber nun war sie schon mal hier, das „Spiel“ hatte begonnen und wenn er ihr zu dumm kam würde sie das abbrechen – dachte sie.

Während ihr all das durch den Kopf ging fuhr er mit seinen Händen über ihren Körper, hob die Bluse die sie trug an , umfasste ihre Brüste und kniff ihr in die Nippel „Hey, das ist unangenehm, lass das bitte, sowas war nicht abgesprochen. Verbale Dominanz ist ok, aber auf Schmerz stehe ich nicht, klar?“ Anne war sich bewusst, dass sie hier gleich eine Grenze setzen musste sonst könnte das aus dem Ruder laufen. Ihr Bauchgefühl meldete sich.

Oh, sorry, da ist die Lust wohl mit mir durchgegangen. Du bist meine kleine Stute und ich bin dein Hengst der dich nun besteigen will, leg dich auf das Bett, und ich bring dich schon in Stimmung“ Seine Hand lag zwischen ihren Beinen und mit seinem Finger hatte er ihre Klit stimuliert. Ihr Körper hatte das Kommando übernommen und reagierte wie erwartet..sie wurde nass.  Noch immer stand er hinter ihr und drückte sie vorsichtig Richtung Bett. „Leg dich hin, auf den Rücken und ziehe den Slip aus. Die Augen darfst du nun aufmachen. Ich muss kurz in’s Bad mich reinigen und dann werde ich mich dir widmen. Meine Stute wird viel Spaß mit mir haben.“
Wie abgedreht war der Typ denn? Nun ja, wenn er glaubte nochmal duschen zu müssen, eigentlich hatte er ja gut gerochen, das herbe Aftershave war Anne in die Nase gestiegen als er direkt hinter ihr stand. Aber so hatte sie Gelegenheit sich nochmal zu sammeln.

‚Du gehst aber ganz schon ran. Bisher hatten meine Dates immer genug Zeit und Muße sich ein wenig mit mir zu unterhalten.‘ Anne musste etwas lauter reden..ob er sie überhaupt verstand, denn die Dusche lief mittlerweile. Das war alles irgendwie abgedreht:(
Und schon wieder ließ er sie warten, fast 5 Minuten lief das Wasser und fast nochmal so lange bis er wieder in’s Zimmer kam. Der Typ hatte einen Reinigungstick, soviel war jetzt schon klar. Zudem war ihre Lust schon wieder erkaltet..da würde er sich anstrengen müssen dachte sie bei sich um sie wieder in Stimmung zu bringen.
Nun, hat meine Stute auch schön auf mich gewartet?“ (Was dachte der Typ eigentlich- er sah doch dass sie hier auf dem Bett lag) Dein Hengst hat nun große Lust auf dich und sein Schwanz wird es dir gut besorgen“ Mit diesen Worten kam er auf das Bett zu und…whow…das war wahrlich ein großer Schwanz! Er musste sich im Bad wohl schon in Stimmung gebracht haben, denn seine Erregung war unübersehbar! Hoch aufgerichtet ragte sein Glied bis über seinen Nabel. Er kniete sich auf das Bett und strich mit seiner Hand über Annes Innenschenkel hinauf bis zu ihrer Mitte. „Spreiz die Beine , lass mich fühlen ob du schon bereit bist. ich will dich besteigen, schnell und hart,  reden können wir später, erst einmal müssen wir beide den Druck ablassen unter dem wir stehen, denn du bist meine Stute und ich bin dein geiler Hengst“ Eigentlich war das Anne zu abgefahren, das war ja ein Superquickie aber der Anblick dieses Riesenschwanzes und sein Finger, der sie gekonnt bespielte hatten sie wieder in Stimmung gebracht. ‚Warum nicht‘, dachte sie bei sich als sie die Beine spreizte. Das Stute / Hengst gequatsche ging ihr zwar gehörig auf den Wecker aber sie versuchte da ‚auf Durchzug‘ zu stellen. ‚Nun dann zeig mir mal was der Hengst so alles drauf hat. Ich möchte mich später aber wirklich noch etwas unterhalten‘

Sie hatte nicht das Gefühl, als ob er ihr wirklich zuhörte. Fast grob schob er ihre Beine auseinander und drang mit einem harten Stoß in sie ein. Gleichzeitig griff er nach ihren Armen und hielt sie fest. Auf seine Ellbogen gestützt presste er sie auf das Bett, und bewegte sich immer schneller in ihr. Heftig atmend redete er ununterbrochen auf sie ein „Du gehörst mir, du bist meine Stute und ich ficke dich wie ich will. Wir werden in der Zukunft viel Spaß miteinander haben aber ich muss dir erst zeigen wer hier der Boss ist. Ich bin dein Hengst und deine Geilheit gefällt mir.
Immer schneller, härter und tiefer drang er in sie ein. Es begann zu schmerzen, mit Lust hatte das nun wirklich nichts mehr zu tun. Gerade als Anne begann sich zur Wehr zu setzen, versuchte, ihn von sich herunter zu stossen kam er mit einem lauten ‚AAHHHH‘ und sie spürte wie er sich in das Kondom ergoss das er übergestreift hatte.  Und gleich darauf ließ er sie los, zog sich aus ihr zurück und rollte sich auf den Rücken.

Das war sehr brav meine Stute. Du hast dich gut von mir einreiten lassen und wenn ich mich nun gereinigt habe werden wir uns wie gewünscht unterhalten. Du hast mich von meinem Druck befreit und deine Belohnung wird in Kürze folgen“ Anne war viel zu perplex um hier angemessen reagieren zu können. Sie war eigentlich froh dass er von ihr runter war und sie sich wieder frei bewegen konnte. ‚Du, das war nicht so doll…machst du das mit deinen Dates immer so?‘ Wieder musste sie laut reden, denn er war schon in’s Bad verschwunden. Dass er seine Kleider mitgenommen hatte hätte ihr zu denken geben sollen, aber irgendwie hatte sie das in ihrem Kopf nicht ‚umgesetzt‘.

„Ich habe jetzt Durst und würde uns gerne an der Bar etwas besorgen. Hier im Zimmer gibt es ja keine Minibar..willst du auch was?“ Vollständig angezogen stand er im Zimmer, während Anne, nur mit der weißen Bluse bekleidet, die sie immer noch anhatte, im Bett lag, die Bettdecke hochgezogen. ‚Du willst jetzt wirklich raus, ich würde mich gerne mit dir unterhalten, darüber reden was hier gerade abgegangen ist.‘ Sie war ungehalten.

Sorry du hast mich so geil gemacht..aber ich brauche jetzt unbedingt was zu trinken. Ich komme gleich wieder und dann reden wir und ich zeige dir, dass ich auch anders kann
Er wartete ihre Antwort erst garnicht ab, drehte sich herum und hatte auch schon das Zimmer verlassen. Anne konnte nur den Kopf schütteln, und langsam stieg die Erkenntnis in ihr hoch, dass sie an einen Psycho geraten war. Wollte sie ihn eigentlich nochmal? NEIN! Sie schlug die Decke des Bettes zurück und stand auf. Nun wollte sie sich duschen – irgendwie fühle sie sich besudelt, benutzt. Gerade als sie die Tür des Badezimmers öffnete hörte Sie wie an ihrem Handy eine SMS einging. Die weibliche Neugier siegte als sich noch einmal zurück ging um die Nachricht zu lesen..und dann musste sie sich erst einmal setzen. „Deine Fotze hat mir gute Dienste geleistet, aber diesen Hengst befriedigst du nicht. Ich bin auf dem Weg nach Hause

Er hatte sie sitzen lassen! Mit einem ganz üblen Gefühl im Magen ..und auf den Hotelkosten.
Langsam dämmerte ihr, dass das auch ganz anders hätte ausgehen können. Das dieser Kerl wohl wirklich absolut durchgeknallt war wurde ihr schlagartig klar.Ihre bisher, doch relativ guten Erfahrungen mit ’normalen Typen‘ hatten sie auf so etwas nicht vorbereitet
Es dauerte eine Weile bis sie sich soweit abgeregt hatte dass sie in’s Bad gehen konnte. Selten hatte sie sich so benutzt gefühlt und sie schwor sich dass ihr so etwas nun nicht mehr passieren sollte. Wie sie das anstellen wollte wusste sie noch nicht, denn jedes Date war ein Abenteuer. Aber sie wollte nun die Kontrolle nicht mehr aus der Hand geben. Und im Voraus für ein Zimmer zahlen..das würde sie auch nicht mehr.

Als sie auf ihrem Handy sein Profil checken wollte um auch eine Rückmeldung an die Moderatoren der Webseite zu geben musste sie erkennen, dass er das Profil schon gelöscht hatte. Auch in ihrem Chatverlauf waren alle Nachrichten von ihm gelöscht (das war hier so üblich). Es dauerte etwas bis sie sich soweit abgeregt hatte um sicher nach Hause zu fahren.

Wie sollte sie nun weitermachen ?

 

Der „Gentleman“

Im Nachhinein fragte Anne sich, ob sie kein Warnzeichen übersehen hatte, ob da irgendetwas gewesen war, das ihr hätte signalisieren müssen dass hier etwas ganz falsch lief. Aber so sehr sie sich auch anstrengte und den Schriftverkehr durchlas, sofern sie da noch etwas lesen konnte, da war nichts:(
Und dabei hatte alles so harmlos angefangen.

Nach dem Pilot war sie erst einmal etwas ernüchtert gewesen. Klar, ihre bisherigen Dates waren nicht unbedingt alle so überragend verlaufen, aber selten hatte sie so im ersten Moment eine Abneigung empfunden. Das war neu für sie gewesen. Doch die Möglichkeit das im Vorfeld bereits abzuklären, VOR einem ersten realen Treffen gab es nicht. Langsam manifestierte sich der Wunsch in ihr nach einer festen Affaire. Sie wollte sich nicht mehr verbal ‚verkaufen‘ aber die Chance, dass sie auf einem Seitensprungportal einen solchen Partner finden würde ging gegen null. Die Männer suchten schnellen, billigen Sex ohne Verpflichtung- wenn sie ehrlich zu sich war sie ja eigentlich auch. Und doch war da  ein Verlangen in ihr das nach ‚Mehr‘ rief.

Mit diesem Gefühl las sie auch die ‚Anzeigen der Männer durch. Wer vermittelte ihr den Eindruck dass da etwas mehr war, wer brachte es mit seinem Text fertig ihre Neugier zu wecken? Da, der war neu. Nun ja, lt. seinem Profil war er schon einige Jahre jünger als sie- passte also nicht unbedingt in ihr Beuteschema- aber er schrieb ansprechend. Zumindest konnte sie es ja mal versuchen. Mit diesem Verbalaustausch war ja noch nichts verloren und wenn, dann hätte sie zumindest eine nette Zeit gehabt.
Sie warf ihre ‚Angel‘ aus und schnell entwickelte sich ein reger Austausch von kleinen Nachrichten auf dem Portal das den Wunsch nachmehr weckte. Er war eloquent, vermittelte den Eindruck der Dominanz, etwas, das Anne zu schätzen wusste, und war geduldig. Auch wenn ihre Lust mittlerweile schon sehr groß war, so hielt sich sich mit der Nachfrage nach einem realen Treffen noch sehr zurück.

Doch irgendwann gab sie sich einen Ruck und fragte, ob er denn nicht an ihr interessiert sei. Sie würde gerne ‚Nägel mit Köpfen machen‘ und sich treffen. Er zögerte etwas und stimmte dann zu. Eine Bedingung hatte er aber. Er würde nicht in ihre Stadt kommen. Sie sollte ihn auf halbem Weg treffen. Da er beruflich stark eingebunden sei, wäre dies für ihn derzeit die einzige Möglichkeit. Uh, das war neu und wäre für sie garnicht so einfach zu organisieren. Sie müsste eine gute Ausrede haben warum sie mit dem Auto so lange weg war. Nach einigem Hin- und Herüberlegen fiel ihr auch etwas ein. Sie hatte sich vor einigen Monaten mit Leuten aus einer Kochgruppe getroffen. Warum sollte das nicht wieder so sein, nur diesmal eben in einer anderen Stadt.

Der Gentleman, wie Anne ihn schon für sich nannte, schickte ihr den Namen und die Adresse eines Hotels in dem er ein Zimmer reserviert hatte. Thomas schluckte ihre Erklärung ohne Probleme und so machte Anne sich nach einigen Tagen auf den Weg. Sie war schon recht angespannt und während der fast einstündigen Autofahrt gingen ihr viele Dinge durch den Kopf. Hätte sie ihrer Freundin Bescheid sagen sollen? Nun ja, bei den anderen Dates hatte sie es auch nicht gemacht, keinem gesagt wo ist ist. Sie war ja auch in ihrer Heimatstadt und ihr Sicherheitsempfinden war da ein anderes- auch wenn das Quatsch war. Nun war es zu spät.

Als sie die genannte Adresse erreicht hatte parkte sie ihren Wagen in der Tiefgarage. Eigentlich wollte er schon da sein, aber gerade als sie den Wagen abschloss erreichte sie eine SMS von ihm ‚Ich bin hier aufgehalten worden und werde mich etwas verspäten. Gehe doch bitte schon mal auf das Zimmer und bereite dich wie erwünscht vor
Sie hatten verabredet, dass sie im Zimmer, nur mit einer weißen Bluse und einem Slip bekleidet, auf ihn warten sollte. Sie fand es aufregend und hatte dem zugestimmt.

Nun ging sie hinauf zur Rezeption in der Annahme, dass er mit der Reservierung auch schon eine Zahlung vorgenommen hatte. Wie hatte sie sich doch geirrt. Er hatte zwar reserviert, aber weder eine Zahlung vorgenommen, noch seine Kreditkarte hinterlegt. Um nun in’s Zimmer zu kommen, musste Anne sowohl für die Tiefgarage als auch das Zimmer in Vorleistung treten. Das hätte ihr zu denken geben sollen, denn bisher waren diese Dates für sie mit keinen Kosten verbunden. ‚Nun, ich lasse mir das Geld später von ihm geben‘ dachte sie bei sich, zückte ihre Kreditkarte, denn über das gemeinsame Konto mit Thomas könnte sie die Rechnung nicht laufen lassen, und bezahlte alles. Dann ging sie hinauf in das Zimmer und bereitete sich vor. Die weiße Bluse hatte sie vorsichtig in ihre Tasche gelegt und die entsprechende Unterwäsche schon zu Hause angelegt. Langsam begann sie nervös zu werden denn die Zeit verstrich ohne dass er kam. Er ließ sie nun schon fast eine Stunde warten. Eigentlich eine Frechheit! Sie würde ihm noch 10 Minuten geben und dann gehen. Da sie bisher nur auf einem Stuhl gesessen hatte und das Bett unberührt war, bekäme sie den Zimmerpreis bestimmt zurückerstattet. Doch in diesem Augenblick trudelte die nächste SMS bei ihr ein. „Ich bin im Hotel, öffne die Tür wie verabredet und stelle dich dann mit dem Rücken zum Eingang an das Bett ( er musste wissen wie die Zimmer aussahen). Halte die Augen geschlossen und warte

Ihr Herz klopfte bis zum Hals und ihr wurde warm. Das war spannend..und gefährlich wie sie sich eingestehen musste aber sie wollte nun keinen Rückzieher machen. Also, Tür öffnen und in Position stellen. Kaum stand sie, hörte sie auch schon die Tür gehen und ihn eintreten. „Schön, dass du meinen Anweisungen so genau gefolgt bist. Wir werden heute Abend viel Spaß haben. Ich lege nur kurz meinen Mantel ab und dann komme ich zu dir. Halte unbedingt die Augen geschlossen

Natürlich hatte sie die Augen nicht ganz geschlossen. Durch eine leichte Drehung des Kopfes sah sie ihn von der Seite kommen. Er stand nun neben ihr und begann sich auszuziehen. Sorgfältig, fast penibel legte er seine Kleidung auf dem Stuhl ab. Sie musste aufpassen dass sie nicht anfing zu lachen. Er trug Strumpfhalter, etwas das sie bei ihrem Vater einmal gesehen hatte. Sah witzig aus. Unterhosen aus Schiesser Feinripp ‚eigentlich hätte er sich da auch etwas ansprechender kleiden können, passt so garnicht zu dem Typ Mann den er so verkörpert‘ dachte sie bei sich als er die Unterhosen auszog und…..sie einen Blick auf seinen in Klopapier eingewickelten Schwanz erhaschte!
Spätestens in diesem Moment hätte ihr klar werden sollen, dass dieser Typ nicht ganz richtig tickte und das Date abbrechen müssen. Doch trotz der Erfahrungen die sie bisher gemacht hatte, war sie noch nicht selbstsicher genug. Dieser Abend sollte sie auf ein neues Level bringen..und sie mehr zur Frau machen als sie es sich hätte träumen lassen.

Der Pilot

Anne hatte sich ein wenig Zeit gelassen, Im Augenblick war bei ihr im Büro die Hölle los. Irgendwie konnten ihre Kolleginnen und Kollegen es den Kunden nicht recht machen und viele Beschwerden landeten auf ihrem Tisch. Es war nicht immer leicht hier eine angemessene Antwort zu finden die auf der einen Seite kundenorientiert war und auf der anderen Seite die Mitarbeiter nicht vor den Kopf stieß indem sie mit Ihrer Antwort  den Kollegen in den Rücken fiel. Aber manchmal musste sie auch eingestehen dass die Vorstellungen der Kunden einfach zu überzogen war. Wenn ihr dann einer zu dumm kam, konnte sie es ihr Gegenüber auch schon merken lassen:)
All das führte dazu, dass Anne für das Seitensprungportal so gar keinen Kopf hatte. Sie trieb sich zwar immer wieder mal auf den Seiten herum und las die Profile der Männer, aber im Augenblick war auch keiner dabei der sie interessierte. Viele kannte sie schon, die meisten waren – wie immer- phantasielos und plump geschrieben.

Dann ’stolperte‘ sie über den Piloten. Sie hatte ihren Suchradius – die Entfernung der Männer zu ihrem Heimatort- etwas ausgedehnt. Und siehe da, die neuen Ergebnisse waren durchaus vielversprechend. Und da war sogar ein Mann der den Mut hatte sein Profil in Englisch zu schreiben. Den musste sie sich ansehen! Sein Profilbild war interessant, zeigte ihn in einer Fliegermontur , er schien beim Militär zu sein. Ach richtig, da gab es einen großen Militärflughafen in einiger Entfernung. Wenn aus diesem Kontakt etwas werden würde, könnte sie ihre Englischkenntnisse auch etwas aufpolieren. Anne wusste dass Amerikaner, als ein solcher hatte sich der ‚Pilot‘ wie sie ihn schon in Gedanken nannte herausgestellt, auf der einen Seite zwar sehr konservativ waren, auf der anderen Seite aber durchaus anspruchsvoll sein konnten wenn es um Sex ging. Eine Freundin, die seit längerem mit einem Amerikaner befreundet war hatte ihr einige heiße Storys erzählt.

Anfänglich tat sie sich etwas schwer mit dem Piloten einen Dialog zu entwickeln und ihn auf sich aufmerksam zu machen. Ihr Englisch war nicht schlecht doch hatte sie sich bisher noch nie in ‚anregender Konversation‘ versucht. Oft musste sie Worte nachschlagen und zweideutige Aussagen, die ihr in deutsch nicht schwer fielen, hatte sie im englischen nicht parat. Aber nach einigen Tagen entwickelte sich ein stetiger Austausch der auf mehr hoffen ließ. Er war noch auf einem Auslandseinsatz..zumindest schrieb er so, aber er wollte sie unbedingt kennenlernen, war sie doch die bisher einzige Frau, die auf sein Profil in diesem Portal geantwortet hatte.

Anne war vorsichtig geworden. Sie wollte also erst einmal ein Treffen bei dem es tatsächlich um ein erstes beschnuppern ging. Und so schlug sie den Parkplatz nahe der Autobahn vor. Dort wo sie sich auch mit dem Pendler schon getroffen hatte. Er willigte ein und wenige Tage später war es dann soweit.
Er hatte ihr sein Auto beschrieben, einen großen dunklen SUV- typisch Ami- dachte Anne bei sich als sie mit etwas klopfendem Herz auf den Parkplatz fuhr. Er wollte nicht in das Restaurant hinein sondern sich mit ihr im Auto unterhalten. Das fand sie schon etwas schräg, aber er meinte sein Militärstatus, und die Möglichkeit, dass andere Amerikaner ihn hier mit einer Frau sehen könnten machten ‚die Sache‘ für ihn nicht ganz einfach. Was solls dachte sie bei sich und hatte eingewilligt. Er würde ja nicht gleich mit ihr losfahren.

Als sie auf den Parkplatz einbog sah sie sein Auto schon, da, in der hintersten Ecke stand er. Ein kurzer Blick in den Spiegel, den Lippenstift nochmal nachgezogen und dann machte sie sich auf den Weg. Er musste sie gesehen haben, denn als sie sich seinem Wagen näherte stieg er auch schon aus. „Whow..ist der groß..aber irgendwie sieht er auf dem Profilbild anders aus“ dachte Anne bei sich..und dann, in der nächsten Sekunde wusste sie schon dass das hier nichts werden würde. Dieser Mann hatte so garnichts was sie ansprach und mittlerweile wusste sie, dass sie sich nicht verbiegen würde nur um ihre Lust zu befriedigen.
Eigentlich tat er ihr schon leid. Er hatte so hoffnungsvoll geklungen, war so glücklich gewesen- zumindest hatte er das geschrieben- hier eine Frau gefunden zu haben die sich möglicherweise auf eine Affaire mit ihm einlassen wollte. Er sah ja eigentlich nicht schlecht aus. Große, stattliche Figur, dunkle Haare – nun ja eine Rasur täte ihm ganz gut- und legere Kleidung. Für manch andere Frau wäre er bestimmt ein guter Fang. Doch Anne war zu gut erzogen um hier sofort umzudrehen und ihn stehen zu lassen. Sie konnte sich dieses Gefühl ja auch nicht erklären. Vielleicht würde sich dieser erste Eindruck ja auch als falsch herausstellen wenn sie sich mit ihm unterhalten würde. All diese Gedanken gingen in Sekundenschnelle durch ihren Kopf bis sie an seinem Wagen angekommen war. Mit einem verlegenen Lächeln und einem ‚Nice to meet you‚ öffnete er ihr die Beifahrertür und ging dann wieder auf seine Seite.
Jetzt als sie ihn ganz nahe sah, verstärkte sich ihr Bauchgefühl, dass das hier nichts werden würde. Als er dann wieder saß und sie ansah entstand schon eine peinliche Stille, etwas, das sie bei ihren Dates bisher noch nicht erlebt hatte. Er war verlegen und wusste nicht wie er beginnen sollte.  Wohl, weil das was er tat wohl das erste Mal für ihn war.

Anne begann dann mit einem ‚How are you‘ und wenige Minuten später waren sie im Gespräch. Die ganze Situation war merkwürdig und je mehr er von sich erzählte und was er erwartete umso sicherer war Anne dass das nicht ihr ‚Typ‘ war. Er war verheiratet, seine Frau lebte derzeit in Frankreich und er wollte hier jemanden mit dem er Spaß haben könnte. Das dürfe jedoch alles nicht zu öffentlich sein denn er sei beim Militär und müsse vorsichtig sein. Sexuell sei er nicht allzu experimentierfreudig, und würde sich mehr konservativ einschätzen. Immer mehr fragte Anne sich warum er das nicht schon in seinen Schreiben gesagt hatte, den sie hatte den Wunsch nach einem selbstbewussten, starken Mann schon durchblicken lassen.
Verdammt, wie käme sie hier aus dieser Situation nur raus?
Mittlerweile saßen sie hier schon fast eine halbe Stunde. Er hatte ja angedeutet, dass er an diesem Tag nicht viel Zeit hätte und es ihm auch ’nur um einen ersten Eindruck ging. Sie hoffte, dass er bald weg musste, hatte sie doch keine Erfahrung wie man sich hier geschickt aus der Affaire zog. Eigentlich war er ja ein netter Kerl..nur eben nix für sie. Kaum hatte sie das zu Ende gedacht als er auch schon meinte „Hey, my time is up, just as I said, I have to go. I hope I’ve made a good impression and I will hear from you soon. I’d really like to fuck you
Anne hatte schon den Türöffner in der Hand und verabschiedete sich mit einem ‚We’ll see“ wenig Ladylike.
Am nächsten Tag schrieb sie ihm eine nette Nachricht auf seinem Profil und machte ihm klar, dass es zwischen ihnen nicht funktionieren würde.

Das war wieder eines dieser Treffen gewesen die sie für sich als ‚verschwendete Zeit‘ abhakte. Merkwürdig doch harmlos. Wenn sie geahnt hätte was auf sie zukommen würde hatte sie sich auf mehr dieser harmlosen Treffen gefreut.

Wir sind so viele

Wenn man als gläubiger Mensch der Bibel Glauben schenkt, so wurden die Menschen mit  göttlicher Seele „ausgestattet“. Viel Seele für 2 Menschen.
Und wenn ich diesen Gedanken nun ‚weiterspinne‘ so geben wir ein wenig dieser Seele an unsere Nachkommen weiter. Doch wenn wir alle weitergeben und gleichzeitig für etwas uns behalten kommt immer weniger Seele auf jeden Menschen. Ist das der Grund dafür, dass wir immer mehr nur an uns denken, Empathie fast ein Fremdwort ist, viele sich nur stark fühlen wenn sie in Gruppen auftreten?

Diese Welt wird immer kälter- auch wenn sie sich gerade sehr aufheizt- und wenn der große Knall kommt- werden dann alle Seelen wieder miteinander verschmelzen?

Wieder da

Liebe Leser und Leserinnen (nun ja Gendergerechte Sprache hat in meinen beruflichen Alltag Eingang gehalten..zumindest in der Ansprache auch hier:)  )

ich war eine ganze Weile weg, leider, das Leben schreibt aber Drehbücher die nur schwer zu verarbeiten sind.
Mein Kopf war nicht frei, weder für Anne und ihre amurösen Erlebnisse noch für mein eigenes Leben. Es scheint jedoch, als ob die Wogen eines brausenden Sturms sich allmählich glätten und das Leben wieder in ruhigere Fahrwasser kommt. Dann wird auch Anne wieder Teil meines Alltags.

I’ll keep you posted