Der Security Mann

So, so, du suchst einen Herrn?“
Anne konnte den Sarkasmus durch die Worte hindurch spüren. Hier machte sich eindeutig jemand über sie lustig. Sie hatte ja schon die merkwürdigsten Feed-Backs auf das geänderte Profil erhalten. Warum glaubten Männer- insbesondere auf diesen Seiten hier- immer nur, dass es bei Dominanz um willenlose Unterwerfung ging, dass Frau ihr Gehirn ausschaltet und mit sich machen lässt was ER will? Sie wollte sich nicht verprügeln lassen oder irgendwie vorgeführt werden. Auch auf Gang- Bang hatte sie keine Lust. All das stand auf der Wunschliste vieler Männer. Keiner hatte bisher das Hirn bewiesen, das es erforderte sie aus der Reserve zu locken und für das sie sich wieder etwas wagen würde.
Und nun das! Sie war gerade nicht so in der Stimmung für lange Wortgeplänkel.

„Ja, wobei ‚Herr‘ durchaus auch so gemeint ist. Leider scheinen viele Männer den tieferen Sinn dieses Wortes nicht zu verstehen und ich sehe in deinem Profil auch nicht unbedingt, dass du der bist den ich suche“.

Wenn du dich da mal nicht täuschst. Ich gehöre nicht zu der Spezies Mann die ihre wahre Bestimmung wie ein Schild vor sich hertragen. Aber ich würde an deiner Stelle sehr vorsichtig sein mit wem ich mich hier ausprobiere. Da kannst du vieles falsch machen, und wenn du an den falschen ‚Herrn‘ gerätst könnte dir das nicht gut bekommen„.

Oha…das klang aber mal so ganz anders als alles bisher dagewesene. Anne wurde neugierig. Sollte es sich hier um jemanden handeln der wusste worauf es ihr ankam- doch wusste sie es eigentlich selbst? Nach den letzten Dates hatte sie gemerkt dass sie gerne eine andere Spielart ausprobieren wollte. Sollte sie hier den Kontakt intensivieren?

Sie war heute in der richtigen Stimmung. Viel zu viel war in letzter Zeit falsch gelaufen und ihr Kopf war nicht frei für Abenteuer jenseits der eignen Bettkante. Aber hier und heute…mit diesem Mann der Sie auf dem Bild auch ansprach? Was hatte sie zu verlieren?
Schnell entwickelte sich ein reger Austausch bei dem sie beide feststellten, dass es passen könnte. Er war Sicherheitsbeauftragter in einer großen Firma, sagte er. Was er schrieb und wie er schrieb hinterließ bei Anne einen guten Eindruck. Eloquent, witzig und mit einer unterschwelligen Dominanz, die Anne erst bewusst wahrnahm, als sie die ganzen Posts nochmal durchlas. er hatte sie geschickt in ihrer Konversation gelenkt, hatte sie zu Äußerungen verleitet, die sie sonst so nicht gemacht hatte, einfach aus der Reserve gelockt.
Sie würde es wagen sich auf ein erstes Date mit einem dominanten Mann einlassen.

Er wohnte nicht weit von ihr entfernt, und war bereit in ihre Stadt zu kommen. Sie hatten ein erstes Treffen in einem Lokal ausgemacht, wenngleich er bereits das Hotelzimmer gebucht hatte. Anne hatte klare Anweisungen bekommen. Schöne, schwarze Spitzenunterwäsche, halterlose Strümpfe  und überall glatt rasiert. Aber das war sie ja sowieso.
An besagtem Abend saß Anne schon lange vor dem vereinbarten Zeitpunkt im Lokal. Sie war nervös. Bisher hatte sie nie Lampenfieber vor den Dates gehabt.. aber nun. Sie spürte, dass dies anders sein würde. Dass sie hier neue Grenzen austesten würde. Sie war gespannt wie weit sie gehen würde, und ob dies ein Mann war, den Sie evtl. nochmals treffen würde. Vollkommen in Gedanken versunken bemerkte sie gar nicht wie plötzlich jemand neben ihr stehenblieb und sie musterte.
Du solltest aufmerksamer sein und deine Umgebung nicht aus den Augen lassen“ mit diesen Worten setzte sich ein gut aussehender Mann auf den gegenüberliegenden Stuhl. Er war groß, schlank, hatte ein markantes Gesicht- darauf achtete Anne immer besonders- und er hatte rote Haare !
Ein Feuermelder..dachte sie bei sich und lächelte. „Nun ich hatte noch nicht mit dir gerechnet…..sind ja noch fast 15 Minuten bis zum vereinbarten Treffen. Aber da scheinen wir beide sehr auf Pünktlichkeit zu achten.“ Er musterte sie aufmerksam, machte eine kleine Pause ehe er antwortete “ Nun, da ich immer alles gerne im Griff habe und eigentlich den Tisch aussuchen wollte an den wir uns setzen musste ich wohl etwas früher da sein. Ich muss noch einige Dinge mit dir abklären und das möchte ich ungestört, ohne lästige Zuhörer. Aber ich sehe das Lokal ist gut besucht und hier gibt es sonst keinen anderen Platz. Dann soll es dieser Tisch sein. Ich erwarte aber von dir, dass du deine Stimme entsprechend senkst, so dass wir keine Aufmerksamkeit erregen.
Oha, das war mal eine Ansage und Anne war neugierig was er mit ihr so geheimnisvolles besprechen wollte. Bisher waren die beiden Dates ja ohne große Absprachen ausgekommen, sollte es nun anders sein? Nun ja, sie hatte sich eine andere ‚Spielart‘ gewünscht….sie schien nun auch etwas anders zu bekommen.

Ich habe hier meine Tasche mitgebracht, darin befindet sich einiges womit ich uns Freude bereiten kann. Ob es dir auch Freude macht werden wir sehen. Ich muss vorher nur wissen wo deine Grenzen sind. Bisher hatte ich es kaum mit Frischlingen zu tun. Aber du scheinst hier wirklich interessiert zu sein und dir dessen bewusst auf was du dich einlässt

Schnell entwickelte sich ein Gespräch in dem sie ihre Vorstellungen darlegten. Er suchte eine neue Gespielin mit der er eine längerfristige Affaire anfangen wollte. Dass Anne neu in der Szene war, störte ihn nicht. Da könne er sie so formen wie es seinen Bedürfnissen entsprach- etwas das Anne sich so garnicht vorstellen konnte. Sie ließ sich nicht ‚formen‘
Ihr war es erst einmal wichtig, dass sie eine Vorstellung bekam wie ein d/s Date ablief, ob sie sich darauf einlassen konnte. Schlagen  mit Paddle oder Hand auf den Po war o.k. für sie, Toys etc auch. „Ich befriedige dich aber nicht oral….“ Brrrr, das hatte sie bei Thomas vor Jahren zum letzen Mal gemacht und sie fand es ekelhaft. „Wir werden sehen was du machst……“ war das schon der erste Hinweis darauf, dass er ihre Grenzen ausloten wollte ?

„Wir sitzen hier schon lange genug. Ich zahle und dann gehen wir in’s Hotel, ich habe bereits eingechecked“ Er gab der Bedienung ein Zeichen und sie kam auch sofort zum Abkassieren. Das Hotel war nur wenige Gehminuten entfernt und dann stand sie nun da, im Zimmer,  das von einem großen Doppelbett dominiert wurde. „Bleib hier am Eingang stehen, lege deine Jacke ab. ziehe die Schuhe aus und stelle dich dann hin, ich hoffe du weißt was ich von dir erwarte

Das neue, aufregende Spiel begann.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s