Alltag

Vierundzwanzig…..fünfundzwanzig…… Anne zählte im Geiste die Stöße mit, mit denen Thomas in sie eindrang.
Steif lag sie unter ihm, versuchte sich in eine andere Welt zu träumen. Eine Welt in der Sex tatsächlich etwas erfüllendes, schönes war. Eine Welt, in der ein Mann auch achtsam war, die Regungen seiner Frau wie ein Seismograph wahrnahm und darauf reagierte. Eine Welt, in der sie auch etwas fühlte und sich nicht nur ‚benutzt‘ vorkam. Wie oft hatte sie ihm gesagt wie und was sie gerne hätte, wie er sie berühren sollte. Doch hier hatte er ein recht kurzes Gedächtnis. Sie war es wohl nicht wert, dass MANN sie beachtete. Solange sie funktionierte- und das tat sie- war doch alles ok. Er kam auf seine Kosten. Eigentlich hatte er sie noch nie gefragt was sie dabei empfand, nie gemerkt dass sie bei dem ehelichen Beischlaf zu keinem Orgasmus kam.
Aber sie war ja selbst daran schuld. Sie hatte es sich zu lange gefallen lassen, sich nicht gewehrt und war nicht aus diesem Gefängnis ausgebrochen. Aber damit war nun Schluss. Wenn auch im Geheimen begann sie sich zu nehmen worauf sie Lust hatte.

Siebenundzwanzig…achtundzwanzig…bald wäre er fertig.

Vor 10 Minuten war er in das Schlafzimmer gegangen und hatte ihr dann noch zugerufen- „kommst du noch?“ Sein Ton lies eigentlich keine andere Option zu. Wenn sie mal wieder keine Lust gehabt hätte- was eigentlich immer der Fall war- hätte es wieder endlose Diskussionen und  beleidigte Kommentare seinerseits gegeben. Dafür fehlte ihr die Kraft. Es würde sowieso nicht lange dauern. Sie würde sich die nächsten 15 Minuten geistig wegbeamen, und dann wieder in ihr eigenes Schlafzimmer zurückziehen. Er lag schon ausgezogen im Bett als sie dann aus dem Badezimmer kam. Kaum hatte auch sie sich ausgezogen neben ihn gelegt griff er auch schon nach ihr, begann ihre Brust wie einen Hefeteig zu kneten, drückte ihr seinen Schwanz zwischen die Pobacken. Die Signale waren eindeutig. Sie hasste ihren Körper dafür dass er immer wieder darauf reagierte und sie feucht wurde. Wäre sie trocken wie die Wüste Sahara, vielleicht hätte Thomas schon längst die Lust verloren. Aber so ….? Ungeschickt begann er ihren Körper zu befingern, drang mit den Fingern ungestüm in sie ein, merkte nicht, dass sie sich von ihm weg bewegte. Zu sehr war er auf seine Lust fixiert.
Das hielt sie heute nicht lange aus- sie musste ihn ‚dirigieren‘. Dazu drehte sie sich auf den Rücken und drängte ihn mit den Händen sanft in ihre Richtung. Dieses Signal verstand er. Schon lag er auf ihr, versenkte seinen Schwanz in ihrer Mitte und begann heftig zu pumpen. „Du geile Sau konntest es wohl kaum erwarten diesen mächtigen Schwanz in dir zu spüren“. Anne hätte ihn am liebsten von sich gestoßen. Sie hasste diesen dirty Talk und von einem mächtigen Schwanz konnte nicht die Rede sein. Selbst der Pendler hatte da schon deutlich mehr zu bieten gehabt. Zudem trank Thomas in letzter Zeit etwas mehr und Alkohol macht jeden Pinsel weich:(

neunundzwanzig…dreissig…….es ging auf die Zielgerade

Auch wenn sie hier immer wieder nachgab und sich benutzen ließ, war sie doch in dieser Beziehung die Stärkere. Thomas verließ sich vollkommen auf sie und hing mit abgöttischer Liebe an ihr. Im Alltag ein zuverlässiger Partner. Was wollte sie eigentlich mehr? Waren dann diese wenigen Minuten in der Woche ein wirklich zu hoher Preis den sie bezahlte? Doch der Ekel vor sich selbst, den sie in letzter Zeit immer häufiger empfand, wurde stärker und überwältigender. Noch hatte sie nicht die Kraft offen zu rebellieren.

zweiunddreissig…..dreiunddreissig..immer schneller pumpte er

Sie wollte einen Mann der MANN war, der IHR sage wo es lang ging. in der letzten Zeit hatte sie alle ‚Softies‘ aus ihren Kontakten auf dem Portal aussortiert. Es war in ruhiger geworden. Sie war wählerischer, würde morgen ihr Profil ändern und die Suchparameter abändern. In Gedanken ging sie den neuen Profiltext schon durch als ..achtunddreissig, neuneunddreissig…Thomas kam mit einem letzen Stöhnen heftig in ihr und legte sich erschöpft auf ihr ab.

„Geh von mir runter, ich bekomme keine Luft mehr“ energisch schon Anne ihn von sich, griff nach dem bereitliegenden Handtuch und wischte sich Thomas‘ Saft, der klebrig aus ihr herauslief zwischen den Beinen weg. „Ich muss in’s Bad mich reinigen und gehe dann in mein Bett“ „Wie kein Kuscheln mehr?“ Wie ein Kleinkind lag Thomas im Bett und sah sie sehnsüchtig an. „Nein, ich bin müde, und wenn ich dann noch zu dir komme schlafe ich hier ein. Und wenn ich dann in mein Bett gehe werde ich wieder zu wach. Gute Nacht“ Sie drückte ihm einen flüchtigen Kuss auf die Lippen und verschwand.

 

 

 

 

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