Ein neues Profil

 

Anne hatte sich dazu entschlossen ihren Profiltext auf der Internetseite zu ändern. Sie wollte nicht mehr als die unbedarfte Frau erscheinen, die sich jedem hingeben würde. Nicht erst seit „Shades of Grey“ hatte sie bei sich die Lust an Dominanz und Submission entdeckt. Mit Thomas würde sie das aber nicht ausleben können. Dazu war er zu konservativ und zu weich. Sie wusste, wenn er versuchen würde ihren Wünschen nachzukommen, würde er ständig fragen ob er es richtig macht. Er hatte keine Ahnung was Dominanz bedeuten  konnte ohne gleich ein Macho zu sein. Ihm fehlte die Aura. Und Anne suchte einen Mann bei dem sie sich sicher fühlte und der wusste was er tat.
Doch sie wollte sich erst einmal herantasten. Der geänderte Profiltext sollte Männer ansprechen die mit beiden Beinen im Leben standen und schon etwas mehr Erfahrung hatten. Ob sie dann wirklich das finden würde was sie suchte..die Zeit würde es zeigen.

„Ich bin kein kleines Mädchen mehr, und stehe im Alltag meine Frau. Doch es gibt Situationen in denen ich mich gerne fallen lasse um aufgefangen zu werden. Wenn du ein Mann bist, der nicht nur über starke Arme, sondern auch über einen wachen Geist verfügst – melde dich. Ich bin experimentierfreudig und möchte neue Grenzen austesten, die Routine des Alltags hinter mir lassen und mich der Führung eines erfahrenen Herrn anvertrauen.“

Sie war sich nicht sicher ob das der richtige Köder war den sie hier in das Haifischbecken warf. Sie war gespannt.

Alltag

Vierundzwanzig…..fünfundzwanzig…… Anne zählte im Geiste die Stöße mit, mit denen Thomas in sie eindrang.
Steif lag sie unter ihm, versuchte sich in eine andere Welt zu träumen. Eine Welt in der Sex tatsächlich etwas erfüllendes, schönes war. Eine Welt, in der ein Mann auch achtsam war, die Regungen seiner Frau wie ein Seismograph wahrnahm und darauf reagierte. Eine Welt, in der sie auch etwas fühlte und sich nicht nur ‚benutzt‘ vorkam. Wie oft hatte sie ihm gesagt wie und was sie gerne hätte, wie er sie berühren sollte. Doch hier hatte er ein recht kurzes Gedächtnis. Sie war es wohl nicht wert, dass MANN sie beachtete. Solange sie funktionierte- und das tat sie- war doch alles ok. Er kam auf seine Kosten. Eigentlich hatte er sie noch nie gefragt was sie dabei empfand, nie gemerkt dass sie bei dem ehelichen Beischlaf zu keinem Orgasmus kam.
Aber sie war ja selbst daran schuld. Sie hatte es sich zu lange gefallen lassen, sich nicht gewehrt und war nicht aus diesem Gefängnis ausgebrochen. Aber damit war nun Schluss. Wenn auch im Geheimen begann sie sich zu nehmen worauf sie Lust hatte.

Siebenundzwanzig…achtundzwanzig…bald wäre er fertig.

Vor 10 Minuten war er in das Schlafzimmer gegangen und hatte ihr dann noch zugerufen- „kommst du noch?“ Sein Ton lies eigentlich keine andere Option zu. Wenn sie mal wieder keine Lust gehabt hätte- was eigentlich immer der Fall war- hätte es wieder endlose Diskussionen und  beleidigte Kommentare seinerseits gegeben. Dafür fehlte ihr die Kraft. Es würde sowieso nicht lange dauern. Sie würde sich die nächsten 15 Minuten geistig wegbeamen, und dann wieder in ihr eigenes Schlafzimmer zurückziehen. Er lag schon ausgezogen im Bett als sie dann aus dem Badezimmer kam. Kaum hatte auch sie sich ausgezogen neben ihn gelegt griff er auch schon nach ihr, begann ihre Brust wie einen Hefeteig zu kneten, drückte ihr seinen Schwanz zwischen die Pobacken. Die Signale waren eindeutig. Sie hasste ihren Körper dafür dass er immer wieder darauf reagierte und sie feucht wurde. Wäre sie trocken wie die Wüste Sahara, vielleicht hätte Thomas schon längst die Lust verloren. Aber so ….? Ungeschickt begann er ihren Körper zu befingern, drang mit den Fingern ungestüm in sie ein, merkte nicht, dass sie sich von ihm weg bewegte. Zu sehr war er auf seine Lust fixiert.
Das hielt sie heute nicht lange aus- sie musste ihn ‚dirigieren‘. Dazu drehte sie sich auf den Rücken und drängte ihn mit den Händen sanft in ihre Richtung. Dieses Signal verstand er. Schon lag er auf ihr, versenkte seinen Schwanz in ihrer Mitte und begann heftig zu pumpen. „Du geile Sau konntest es wohl kaum erwarten diesen mächtigen Schwanz in dir zu spüren“. Anne hätte ihn am liebsten von sich gestoßen. Sie hasste diesen dirty Talk und von einem mächtigen Schwanz konnte nicht die Rede sein. Selbst der Pendler hatte da schon deutlich mehr zu bieten gehabt. Zudem trank Thomas in letzter Zeit etwas mehr und Alkohol macht jeden Pinsel weich:(

neunundzwanzig…dreissig…….es ging auf die Zielgerade

Auch wenn sie hier immer wieder nachgab und sich benutzen ließ, war sie doch in dieser Beziehung die Stärkere. Thomas verließ sich vollkommen auf sie und hing mit abgöttischer Liebe an ihr. Im Alltag ein zuverlässiger Partner. Was wollte sie eigentlich mehr? Waren dann diese wenigen Minuten in der Woche ein wirklich zu hoher Preis den sie bezahlte? Doch der Ekel vor sich selbst, den sie in letzter Zeit immer häufiger empfand, wurde stärker und überwältigender. Noch hatte sie nicht die Kraft offen zu rebellieren.

zweiunddreissig…..dreiunddreissig..immer schneller pumpte er

Sie wollte einen Mann der MANN war, der IHR sage wo es lang ging. in der letzten Zeit hatte sie alle ‚Softies‘ aus ihren Kontakten auf dem Portal aussortiert. Es war in ruhiger geworden. Sie war wählerischer, würde morgen ihr Profil ändern und die Suchparameter abändern. In Gedanken ging sie den neuen Profiltext schon durch als ..achtunddreissig, neuneunddreissig…Thomas kam mit einem letzen Stöhnen heftig in ihr und legte sich erschöpft auf ihr ab.

„Geh von mir runter, ich bekomme keine Luft mehr“ energisch schon Anne ihn von sich, griff nach dem bereitliegenden Handtuch und wischte sich Thomas‘ Saft, der klebrig aus ihr herauslief zwischen den Beinen weg. „Ich muss in’s Bad mich reinigen und gehe dann in mein Bett“ „Wie kein Kuscheln mehr?“ Wie ein Kleinkind lag Thomas im Bett und sah sie sehnsüchtig an. „Nein, ich bin müde, und wenn ich dann noch zu dir komme schlafe ich hier ein. Und wenn ich dann in mein Bett gehe werde ich wieder zu wach. Gute Nacht“ Sie drückte ihm einen flüchtigen Kuss auf die Lippen und verschwand.

 

 

 

 

Private Session

Anne trat das Gaspedal noch ein wenig weiter nach unten. Mit fast 140 kmh brauste sie über die Autobahn. Eine Tempo, das sie sonst nicht fuhr. Sie war berauscht von den Gefühl der Geschwindigkeit und dem Gedanken an das was auf sie zukam. Zu Hause hatte sie gesagt, dass sie auf die Geburtstagsparty einer Freundin fuhr. Thomas mochte Sabine nicht sonderlich und da war es kein Problem gewesen dass er alleine zu Hause blieb.
Anne war aber auf dem Weg zum Pendler, mit den sie sich nach dem letzten Treffen relativ schnell einig geworden war. Er hatte schon eine Woche nach dem Treffen im Schnellrestaurant Zeit. Und sie hatten sich darauf geeinigt, dass sie zu ihm nach Hause kommen würde. Das war ein wenig gewagt, darüber war Anne sich bewusst. Aber wenn man es genau nahm, passieren konnte auch in einem Hotelzimmer etwas. Sie spielte ja sowieso mit dem Feuer..sie würde sich schon nicht verbrennen. Wie ein Teenager ging sie leichtfertig diese Gefahr ein, wohl wissend, dass nicht nur die Gefahr bestand einem Perversen in die Hände zu fallen, sondern auch einem der gerne Filmchen drehte. Sie würde sich gründlich umsehen ob sie nicht irgendwo etwas verdächtiges sah.
Irgendwie vertraute sie auf ihre Menschenkenntnis. Sie hatte das Gefühl, dass er normal war, einfach nur den schnellen Kick suchte- genau wie sie.
Und da kam auch schon die Abfahrt zu seinem Wohnort. Das Navi wies ihr den Weg durch die Gassen dieses kleinen Ortes. Sie hätte das Haus wohl sonst nicht so schnell gefunden. Irgendwie hatte sie es sich anders vorgestellt. So wie er es geschildert hatte , hatte sie etwas moderneres , größeres erwartet. Das hier war ein kleines Häuschen, das seine besten Zeiten schon gesehen hatte. Da war sie auf die Wohnung gespannt.
Sie parkte ihr Auto etwas abseits- er hatte sie darum gebeten, denn ..das war ein ehrenwertes Haus und die Nachbarn, die wussten dass er verheiratet war und seine Frau auch schon gesehen hatten, sollten nicht auf falsche Gedanken kommen. Anne war es egal. Sofern er sie hier und heute nicht absolut flashen sollte, würde es keine Wiederholung dieses Dates geben. Das war ihr schon jetzt klar. Immer mehr fühlte sie sich wie eine Raubkatze auf Beutefang – und sie hatte großen Hunger.

Doch einen Schritt nach dem anderen. Erst einmal wollte sie sehen was dieser Mann ihr zu bieten hatte. Nun wenige Sekunden nachdem sie den Klingelknopf betätigt hatte, summte es auch schon und die Tür öffnete sich in einen schmalen, dunklen Gang. Mit Teppichboden belegte Stufen gingen nach oben „Komm rauf, meine Wohnung liegt unter dem Dach“ tönte es von dem oberen Podest. ‚Soviel zur Geheimhaltung‘ dachte Anne bei sich als sie nach oben ging..und dann traute sie ihren Augen nicht. Da stand er..in Schiesser Feinripp Unterhemd und ausgebeulter Jogginghose. „Komm doch rein und mach es dir schon mal im Wohnzimmer bequem ich muss noch kurz..“ und damit verschwand er im Bad, wie Anne später feststellte.

‚Ich bin hier im falschen Film gelandet, wo ist der wortgewandte Mann den ich auf dem Portal kennengelernt habe? Meinen die Kerle, wenn sie die Frau erst mal bei sich haben müssen sie sich nicht mehr anstrengen? Ich hoffe im Bett hat er mehr zu bieten‘ Anne zog ihre Jacke aus und sah sich erst einmal neugierig in der Wohnung um. Es war alles sauber und auch einigermaßen aufgeräumt, aber nicht gemütlich. Zweckmäßig funktionell. In der Küche ein kleiner Tisch mit nur einem Stuhl, in der Spüle stand noch etwas Geschirr, wohl vom Mittagessen. Direkt daneben das Wohnzimmer mit einer breiteren Couch über die sorgsam ein Teppich gelegt war. In der Glasvitrine standen Modellautos und Gläser direkt nebeneinander. “ Ah, ich sehe du bewunderst meine Sammlung“ der Pendler stand unvermittelt hinter ihr.
Sanft strich er mit seiner Hand über ihren Nacken. Seine Lippen hauchten einen Kuss auf ihre Schulter während er schon begann ihre Bluse aufzuknöpfen. „Du hast viel zu viel an, das muss ich gleich ändern.“ Da hatte er wohl Übung, denn im Handumdrehen fiel Annes Bluse auf den Boden, und immer noch strich er sanft mit seinen Händen über ihrem Körper. Das gefiel ihr. Sie hatte von einem Augenblick auf den anderen umgeschaltet, von der Beobachterin in einem Zimmer zur lustvollen Frau, die das hier sehr genoss. Sie schloss die Augen und ließ sich ‚bedienen‘, lehnte sich leicht rückwärts an ihn und konnte schon spüren, dass seine Erregung immens war. Sein harter Schwanz drückte sich an ihre Pobacken und in ihrer Mitte wurde es warm und feucht. Das ließ sich gut an.
„Ich habe es uns hier gemütlich gemacht“ sagte er, während er begann den Reißverschluss des Rockes zu öffnen. Ihre Hände griffen nach ihm und massierten seinen immer härter werdenden Schwanz. Nun drehte sich sich um und schaute ihm in die Augen. Küssen würde sie ihn nicht, das war – für sie- so viel intimer als reiner Sex. Mit ihren Fingernägeln fuhr sie leicht über seinen Oberkörper und schon wurden seine Nippel hart. „Ziehen wir uns aus..und dann lass uns mal loslegen. Ich habe einen Riesenständer der gerne in deiner Möse eintauchen würde“
Nun ja, ein Verbalerotiker war er wirklich nicht, aber das interessierte Anne im Augenblick wirklich nicht. Denn das was nun aus seiner Jogginghose herauskam war schon- beachtlich!
Mit einigen wenigen Handgriffen hatte auch sie sich ausgezogen und schon schob er sie auf die Couch.  Seine Hände waren auf einmal überall auf ihr, er kniete zwischen ihren Beinen, spreizte sie und strich über ihren Kitzler. Mit seinen Fingern begann er sie zu massieren und drang dabei immer wieder leicht in sie ein. Auch wenn Anne es sehr genoss und begann auszulaufen, so konnte sie doch ihren Kopf nicht ausschalten. Fast analytisch beobachtete sie, was der Pendler da gerade mit ihr machte. Sie ließ sich ‚bedienen‘, rutschte dabei immer weiter rückwärts und lag im nächsten Moment auch schon vollständig auf dem Rücken. DAS war sein Signal! Er kniete sich auf die Couch, hob ihre Beine leicht an und stieß mit seinem Schwanz heftig in sie hinein. Kein vorsichtiges Herantasten, kein weiteres lustvolles Vorspiel . Wie ein Dampfhammer bearbeitete er sie. Und Anne genoss es. Es war so ganz anders als das was sie bisher gehabt hatte. Dieser Schwanz war dick und groß, sie hatte das Gefühl vollständig ausgefüllt zu sein und ihr Körper reagierte entsprechend. Er atmete heftig, immer schneller bewegte er sich in ihr ehe er sich mit einem lauten Stöhnen in sein Kondom ergoss, das er vorher übergestreift hatte. „Du fickst gut und bist wunderbar nass“ Nun, das war nicht unbedingt der Kommentar den Anne hören wollte, aber was machte das schon. Er hatte ein angenehmes Gefühl in ihr ausgelöst, und da kam bestimmt noch was. Der Tag war ja noch nicht vorbei. Doch sie konnte im Kopf nicht loslassen, sich nicht fallen lassen und nur ‚fühlen‘.  Das war ihr größtes Problem. Bisher hatte es noch kein Mann geschafft dass sie sich fallen ließ und einfach genoss.
Sie wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass dieser Mann kommen würde, sie bis dahin aber noch einiges erleben und ausprobieren würde.

Während ihr Atem noch etwas schneller ging hatte der Pendler sich schon aufgesetzt und wandte ihr den Rücken zu. ‚Nicht sehr charmant‘ dachte sie bei sich. „Ich gehe kurz in’s Bad mich frisch machen und dann muss ich eine rauchen. Ich hab dir auch ein Handtuch hingelegt wenn du dich abduschen willst.“ und schon war er weg und nur einen kurzen Augenblick später hörte Anne die Dusche rauschen. Als er dann auf dem Balkon stand nutzte auch sie die Gelegenheit sich zu waschen. Nachdem es draussen zu kalt war und sie keine große Lust hatte nackt bei ihm auf dem Balkon zu stehen- wobei, das würde den Nachbarn doch etwas Gesprächsstoff liefern- machte sie es sich wieder auf der Couch bequem. Hier war es wenigstens warm.
Der Pendler kam dann auch kurze Zeit später wieder zu ihr und legte sich neben sie. Auch wenn Anne es so nicht gedacht hatte, unterhielten sie sich eine Weile recht entspannt. Wie zufällig legte er dabei seine Hand auf ihren Schoss und begann, sie mit seinen Fingern wieder zu stimulieren. Das konnte er gut, beherrschte den Wechsel zwischen sanftem Druck und vorsichtigem Eindringen. Immer tiefer ließ er seine Finger in sie hineingleiten  und Anne ließ es zu. Es fiel ihr immer schwerer sich auf das Gespräch zu konzentrieren. „Dreh dich auf den Bauch, ich will dich Doggy“ Uhh, das war mal eine Ansage und Anne drehte sich , streckte ihm ihr Hinterteil entgegen, der Oberkörper lag auf der Couch. Er kniete hinter ihr, seine Hände umfassten ihre Hüfte und sie spürte wie sein Schwanz langsam ihre Pobacken spreizte, auf und ab über ihre immer nasser werdende Spalte fuhr bis er wieder ruckhaft , bis zum Anschlag, in sie eindrang. Und wieder bearbeitete er sie als ob es kein Morgen gäbe. „Glauben denn alle Männer nur weil sie rammeln wie die Blöden dass es der Frau deshalb auch großen Spaß macht?“ Anne hatte das Gefühl neben sich zu stehen und die Situation als Außenstehende anzusehen. Verdammt, warum war sie nur so ein Kopfmensch? Und schon ertönte wieder sein Stöhnen und sie wusste dass es vorbei war.

„Ich hoffe, du hattest auch so großen Spaß wie ich . Du bist schon richtig geil“ das war ihr dann doch zuviel. „Ehrlich, auch wenn du deinen Spaß hattest, ich kam mir recht benutzt vor. Aber da bin ich wohl selbst dran schuld. Du hast mir nicht das Gefühl gegeben dass dir meine Lust auch wichtig ist..solange ich nur nass genug bin dass es für dich flutscht“.
Von einem Moment auf den anderen war Anne die Situation hier zuviel. Sie musste hier raus. Noch während er sie vollkommen überrascht ansah, rutschte sie von der Couch und griff nach Ihrer Wäsche. “ Ich dusche mich noch schnell und dann muss ich weg.“ ‚Schon wieder so ein schneller Abgang‘ dachte sie bei sich. ‚Das darf nicht zur Gewohnheit werden, oder ist irgendwas mit mir verkehrt? Ist es denn soviel verlangt, dass ein Mann sich auch mal ein wenig um meine Lust kümmert?‘

Mit dem heißen Wasser der Dusche versuchte sie auch ihre Frustration abzuwaschen, aber das wollte ihr nicht gelingen. Als sie das Bad verließ stand der Pendler, nun wieder in Jogginghose und Unterhemd vor ihr. „Es ist wohl wirklich besser wenn du jetzt die Biege machst. So eine wie du ist mir noch nicht untergekommen. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir eine andere für heute bestellt“ und schon öffnete er die Wohnungstür. Anne war wie vor den Kopf gestoßen. Klar, ihr Abgang war nicht der rühmlichste, aber eine solche Bemerkung. Was für ein Arsch!
„Na, hoffentlich findest du eine die deine Couch ansprechender findet und die dein Schwanz so richtig bearbeiten kann“ lauter, als es erforderlich war, antwortete Anne ihm während sie die Treppe hinunterging. Sollten die Nachbarn doch denken was sie wollten.

Auf dem Weg nach Hause überlegte sie sich schon eine Erklärung für Thomas warum sie so schnell von der Party der Freundin zurück war.

Der Pendler

Schon bald hatte Anne unter den Profilen auf dem Portal eines gefunden, das sie ansprach. Zudem wohnte er, laut seiner Angaben, auch ganz in der Nähe.
Sie schrieb ihn an und wenig später hatte sie schon eine Antwort die ihren Erwartungen entsprach. Er war eloquent, Das Bild, das er auf dem Portal eingestellt hatte, zeigte einen dunkelhaarigen Mann mit markanten Gesichtszügen und einer durchtrainierten Figur. Ob das natürlich alles so stimmte? Anne wusste selbst, dass ‚Mann‘ sich immer gerne im besten Licht präsentierte. Sie machte es ja genauso, hatte unter ihren  Bildern die wenigen herausgesucht, die a) nicht zu alt waren und b) sie so zeigten wie sie sich mochte. Der Kuschelbär war auf den Bildern ja auch schlanker gewesen.
Es entwickelte sich ein reger Austausch – Anne wollte daraus ja keine Brieffreundschaft machen- um dann ein erstes, unverbindliches Treffen zu arrangieren. Sie hatten sich darauf geeinigt sich ein einem Schnellrestaurant nahe der Autobahn zu treffen. Er wollte auf dem Weg nach Hause hier einen kleinen Zwischenstopp einlegen. „Ich fahre am Wochenende immer nach Hause, bin unter der Woche in meiner Zweitwohnung. Und für ein erstes Kennenlernen wäre der Zeitpunkt doch ideal.“
Nun, warum nicht? Das wäre eine gute Gelegenheit ihn kennenzulernen. Auch wenn es direkt in ihrer Heimatstadt über die Bühne gehen sollte- eine Ausrede, für den Fall dass ein Bekannter sie sehen sollte, wäre schnell gefunden. Aber über diese Brücke würde sie gehen wenn es erforderlich war.

Der nächste Freitag kam schnell und Anne machte sich auf den Weg in das Lokal zum goldenen M. Er hatte ihr sein Auto beschrieben und kaum bog sie auf den Parkplatz ein, sah sie ihn auch schon. Der knallgelbe SUV war kaum zu übersehen. ‚Na, hoffentlich ist der Kerl nicht so ein Paradiesvogel wie es sein fahrbarer Untersatz vermuten lässt.‘ dachte Anne bei sich als sie den nächstgelegenen freien Parkplatz ansteuerte. Ein schneller Blick in den Innenspiegel bestätigte ihr, dass Make Up und Frisur noch in Ordnung waren. Kaum hatte sie ihrer Wagentür abgeschlossen, öffnete sich auch an seinem Auto die Fahrertür. ’soviel zu Ehrlichkeit im Internet‘ dachte Anne als er auf sie zukam. Keine Ahnung mit welchem Maßband er seine Größe ausgemessen hatte, aber 1,80 war dann doch etwas übertrieben. Und auch den leichten Rettungsring um seine Hüften hatte er auf den Bildern wohl retuschiert. Aber sein gewinnendes Lächeln machte diese Makel dann doch wieder wett. ‚Schon so ein bischen ein Aufreißertyp‘ dachte Anne bei sich . Die Jeans schmiegten sich eng um seinen Hintern und das hellblaue Hemd unter der Lederjacke komplettierte den lässigen Look. Kurze schwarze Haare umrahmten ein markantes Gesicht. Annes Herz schlug schneller als sie auf ihn zuging. Wenn er nun auch sie ansprechend fand, könnte das was werden.

„Hallo, du musst Anne sein. Ich hab dich gleich von dem Foto wiedererkannt.“ Als ob sie sich schon ewig kennen würden nahm er sie in den Arm und küsste sie links und rechts auf die Wangen. Eigentlich ging ihr das ein wenig zu schnell, aber es blieb keine Zeit auf Abstand zu gehen da trat er schon einen Schritt zurück. „Wollen wir reingehen? Hier draußen ist es doch ein wenig zu ungemütlich und zu öffentlich. Ich möchte nicht von einem Kunden hier entdeckt werden.“
Sie hatte kaum Zeit zu reagieren da legte er ihr seine Hand auf den Rücken und dirigierte sie behutsam Richtung Schnellrestaurant. „Du hast es aber eilig. Hallo erst mal und schön dich kennen zulernen.“ Wie zufällig drehte sie sich zur Seite so dass seine Hand von ihrem Rücken glitt. Da sie nun auch das Gebäude betreten hatten, sah sie sich suchend nach einem Platz um, der ihnen die Möglichkeit eines ungezwungenen und ‚unbelauschten‘ Gesprächs geben würde. Da, in der Ecke erhob sich gerade ein anderes Paar und machte den Platz frei. Der Pendler, wie Anne ihn schon in Gedanken nannte, hatte wohl das Gleiche gesehen. „Schau mal da, das wäre ein idealer Platz für uns. Setz dich doch schon mal, ich hole uns einen Kaffee, ähh, wenn dir das Recht ist“ Er hatte gerade noch die Kurve bekommen. Anne stand so gar nicht darauf bevormundet zu werden. ‚Aber was soll’s‘ dachte sie bei sich als sie sich setzte. Mit dem Rücken zur Wand, den Gastraum im Blick sah sie ihm erwartungsvoll entgegen. Kurz darauf war er auch schon da, mit 2 großen Bechern Kaffee in der Hand.
„Ich wusste nicht, ob du Milch oder Zucker in deinem Kaffee willst, ich hab mal beides mitgebracht.“ Er nahm neben ihr Platz, so dass sie sich auch relativ leise würden unterhalten können.

„Schön dass du gekommen bist. Ich war schon ganz gespannt auf dich und ich muss sagen, du wirkst auf mich in der Realität noch besser als auf den Bildern. Ich hoffe mal, du bist mit mir auch zufrieden.“
„erst einmal danke für den Kaffee und Hallo. Du redest ja ohne Punkt und Komma. Bist du immer einer von der schnellen Truppe?“ sie lachte ihn verschmitzt an, hatte bewusst eine kleine Anspielung gemacht, die er, wie sie erkennen konnte, sehr wohl verstanden hatte. „Nein, nein…..normalerweise lasse ich mir bei vielen Dingen gerne viel Zeit, aber ich komme gerne schnell auf den Punkt“ gekonnt hatte er den verbalen Ball an sie zurückgespielt. Das ließ sich gut an.

Schnell entwickelte sich ein entspanntes Gespräch zwischen den beiden. Er war Service Techniker bei einer IT Firma und pendelte zwischen seinem Zweitwohnsitz am Wochenende immer nach Hause zu seiner Familie. Er hatte schon einige Dates über das Portal gehabt, jedoch war- laut seinen Aussagen- noch nicht die Richtige dabei gewesen. Er suchte eine längerfristige Affaire denn der Emailaustausch und das Kennenlernen hielt er für sehr aufwändig  und eigentlich ‚Zeitverschwendung‘ wenn beide doch nur „das Eine“ wollten. Anne hatte nicht vor, ihm auf die Nase zu binden dass auch sie nur was kurzfristiges suchte und keinesfalls eine langfristige Affaire anstrebte. Aber mit diesem Mann konnte sie sich vorstellen in’s Bett zu gehen. Während sie über ihre Erfahrungen auf dem Portal berichtete, merkte sie, wie er seine Hand auf ihren Oberschenkel legte und vorsichtig auf und ab streichelte. Dabei ‚rutschten‘ seine Finger immer weiter zwischen die Schenkel. So wie sie saßen, konnten die anderen Leute hier nicht sehen was sie machten. Anne überlegte sich nur kurz ob sie das zulassen sollte und dachte dann bei sich, dass das hier genau zu dem passte was sie wollte. Ein wenig anrüchig, riskant, und doch überaus erregend. Wie zufällig drehte sich sich ihm ein wenig zu und öffnete die Beine etwas weiter. Nur durch ein leichtes Heben der Augenbraue signalisierte er, dass er verstanden hatte, lehnte sich, auf einen Arm gebeugt etwas näher zu ihr und verstärkte seine Streicheleinheiten. Anne hatte einen Rock angezogen und der Pendler  beschränkte sich nun nicht nur darauf brav über den Rock zu streichen. Vorsichtig suchten sich seine Finger den Weg unter den Rock.
Annes Atem ging schneller als sie die Beine immer weiter spreizte und nun seinen Finger auf ihrem Slip spürte. Kein Mensch konnte sehen was sich hier unter dem Tisch so abspielte. „Nun, wie findest du das hier?“ Annes Stimme wurde um einige Nuancen tiefer, das Blut begann in ihren Ohren zu rauschen. „Nun, ich finde das überaus einladend und reizvoll. Bei nächster Gelegenheit würde ich mir das alles gerne näher ansehen.“ Und schon zog er seine Hand wieder zurück. „ich wollte nur mal sehen wie weit du mich gehen lässt und ob mich der Eindruck den ich von dir hatte mich nicht getäuscht hat. Du bist schon eine sehr ansprechende Frau die bestimmt im Bett auch einiges zu bieten hat. Wenn du Lust hast können wir für die nächste Zeit ein RICHTIGES Date vereinbaren. Du hast mich so richtig heiss gemacht“
Unvermittelt griff er nach ihrer Hand und legte sie zwischen seine Beine. Whoww…da war eine riesige Beule die überaus deutlich zeigte wie sehr er von ihr angetan war. Rasch zog Anne ihre Hand wieder zurück und legte sie auf den Tisch. Sie hatte die neugierigen Blicke der Leute am Nebentisch bemerkt und wollte nun doch hier kein Aufsehen erregen. Es reichte, dass sie erregt war. „Nun komm mal wieder runter, ich denke wir haben beide festgestellt, dass das durchaus was mit uns werden könnte. Trinken wir unseren Kaffee aus und gehen dann. Hier sind mir eindeutig auf einmal zu viele Augen und Ohren“ Anne richtete verstohlen ihren Rock, der noch immer recht weit auf ihren Schenkeln nach oben gerutscht war.
„Gib mir noch einige Minuten, im Augenblick kann ich noch nicht so gut aufstehen- du verstehst“ für ihn war es nicht ganz so leicht seine Erregung wieder in den Griff zu bekommen. Während er dann den letzten Schluck aus seinem Becher trank erhob er sich und half Anne galant in die Jacke. „Danke für einen schönen Zwischenstopp. War recht kurzweilig und ich verspreche dir unser nächstes Treffen wird auch alles andere als langweilig. Wenn ich meine Termine in der nächsten Zeit zugeteilt bekommen habe kann ich dir sagen wann sich bei mir eine Gelegenheit ergibt an der wir uns treffen können. Ich melde mich dann bei dir“

Niemand, der die beiden auf dem Parkplatz  stehen sah, hätte vermuten können, dass hier gerade die Vorbereitungen für ein Sexdate getroffen wurden.