Der erste Schritt

Hier stand sie nun, nicht ganz sicher ob sie diesen Schritt auch tatsächlich wagen sollte. Noch vor wenigen Wochen hätte Anne entsetzt den Kopf geschüttelt wenn man ihr gesagt hatte, dass sie einen Erotik Laden betreten würde. Doch irgendwas war mit ihr passiert. Wo andere dachten mit 50 ist das Leben vorbei und Sex spielt keine Rolle mehr, da hatte sie sich gefragt: Soll es das wirklich gewesen sein? Lange hatte sie mit dem Gedanken gespielt, sich gesagt ‚du schaust dich nur mal um‘ und nun war sie hier.

Uhhh, wenn ihr Mann das wüsste. Er hatte sie schon längst in die Kategorie „graue Maus“ eingeordnet. Dabei sah sie doch gar nicht so schlecht aus. Mit ihrer Körpergröße von 1,65 hatte sie nicht unbedingt Modelmaße und das eine oder andere Pfund hatte sich im Laufe der Jahre auf den Hüften angesammelt. Kurze, braune Haare, die sich immer wieder jedem Stylingversuch hartnäckig widersetzten umspielten ihr Gesicht, in dem ein gewinnendes Lächeln meist jeden für sie einnahm. Wer genau hinsah, erkannte in ihren braunen Augen das Feuer, das tief drinnen in ihr loderte.

Noch einmal tief einatmen und dann öffnete sie die Tür. Sie hatte eine konkrete Vorstellung von dem was sie sich kaufen wollte. Denn ohne ein Toy würde sie hier nicht hinausgehen. Erstaunt sah sie sich um. Das sah doch garnicht so schmuddelig aus wie sie es sich vorgestellt hatte. Direkt im Eingangsbereich befand sich die Dessous Abteilung. Ordentlich wurden hier auf Ständern und in Regalen BH’s , Strümpfe und Kleider für ‚Sie‘ und Hosen für ‚Ihn‘ zur Schau gestellt.

Noch immer klopfte Anne’s Herz bis in den Hals doch sie versuchte , sich ihre Unsicherheit nicht anmerken zu lassen. „Hallo, was kann ich für sie tun?“ Mit einem Lächeln kam eine junge Frau auf sie zu. „Bloß nicht zeigen dass du zum ersten mal in einem solchen Laden bist“ dachte Anne bei sich selbst. „Danke, ich komme wohl selbst zurecht, schau mich erst einmal ein wenig um“. Mit dieser kurzen Bemerkung, mit der sie mehr Selbstsicherheit auszustrahlen versuchte als sie tatsächlich verspürte, wandt sich Anne dem hinteren Teil des Ladens zu. Sie hatte im Augenwinkel gesehen, dass es hier noch ein ganzes Stück weiter  ging. Und hier hingen die Objekte ihrer Begierde. Jetzt wurde ihr wirklich warm denn hier waren sie, Vibratoren in allen Größen und Farben, Dildos, Joy Balls, eine Wand war nur dem SM Bereich vorbehalten, viel Spielzeug für erotische Stunden zu zweit….aber auch so das eine oder andere das Frau für einsame Stunden verwenden konnte. Ihr Blick wanderte über die Regale mit den Dildos und Vibratoren, irgendwo hier sollte sie doch finden was sie suchte. „Suchen sie etwas bestimmtes, kann ich ihnen behilflich sein?“ Die Verkäuferin hatte sich diskret im Hintergrund gehalten, schien aber zu bemerken, dass Anne von dem Angebot erschlagen war und sich nicht so ganz zurechtfand.

„Benötigen sie etwas für sich und ihren Partner oder nur für sich?“ „Nun, ich würde mich gerne heute selbst belohnen und suche Joyballs“ Anne hatte in einem Buch so viel über dieses Spielzeug gelesen, dass sie neugierig auf die Wirkung war. Wenn das funktionierte würde sie die Teile tragen können und kein Mensch würde es sehen. Und Thomas, ihr Mann, hätte keine Ahnung dass sie endlich so etwas wie Lust verspürte! „Hier haben wir unser Sortiment stehen. Wir führen das in unterschiedlichen Größen, die Farbe ist ja persönliche Geschmacksache- sieht man am Ende ja nicht“ Mit einem Augenzwinkern überreichte ihr die Verkäuferin eine Schachten in der sich das Teil befand. Grasgrün, etwas größer als ein Hühnerei, mit einem Bändchen versehen. „Haben Sie schon mal eines benutzt? An die Größe muss man sich herantasten, zu groß kann am Anfang etwas unangenehm sein“ meinte die junge Frau die Anne immer noch mit einem Lächeln im Gesicht.

„Oh mein Gott was mach ich hier?“ Plötzlich war sie wieder da, die Unsicherheit, die Selbstzweifel die Anne ihr Leben lang schon plagten. Aber nur nicht aufgeben! „Danke, das scheint mir doch genau das zu sein, was ich gesucht habe, vielen Dank“ Nur nicht anmerken lassen wie nervös sie war. Sie griff nach der kleinen Schachtel und ging zur Kasse, die sich im Eingangsbereich befand.

„Benötigen Sie noch etwas Gel? Das macht das Einführen beim ersten Mal leichter“ „Danke nein, ich komme schon zurecht“. „Nur nichts anmerken lassen und so schnell als möglich hier wieder raus “ dachte Anne bei sich, legte das Geld auf den Tresen und steckte sich ihr neu erworbenes Spielzeug, das die Verkäuferin in eine diskrete schwarze Plastiktüte gesteckt hatte, in ihre Handtasche. Sie musste aufpassen wo sie den Karton zu Hause entsorgte. Thomas dürfte auf keinen Fall merken was sie sich da gekauft hatte. Er war da ein wenig eigen. Alles, was den Zweifel an seiner Männlichkeit aufkommen ließ, wurde von ihm verbal niedergeknüppelt, und Anne hatte keine Lust auf endlose Diskussionen die ja doch zu nichts führten.

Zu Hause angekommen zog sie sich in’s Bad zurück und verschloss die Tür. Sicher war sicher. Noch einmal tief einatmen und dann zog sie die Joyballs – eigentlich war es ja nur einer- aus der Verpackung. Welcher Teufel hatte sie geritten sich so etwas zu kaufen? War sie wirklich so mutig? Doch ja, so sehr sie sich auch hinterfragte, da blieb die Lust an dem vermeintlich Verbotenen und die Lust auf die Lust. Das zeigte sich schon eindeutig an ihren körperlichen Reaktionen. Sie spürte wie ihre Mitte warm wurde; damit hatte sie noch nie Schwierigkeiten gehabt, und die Wechseljahre setzten ihr noch nicht zu. Sie hatte das neue Spielzeug gründlich unter warmem Wasser abgewaschen und stellte sich in Position. Sie spreizte die Beine und schob dieses grüne Hühnerei langsam in sich hinein. Der Anfang war ungewohnt. Ein Männlicher Schwanz war ‚weicher‘ auch wenn er steif war. Langsam fühle sie die Dehnung. Immer weiter schob sie das Teil in sich hinein. Das fühlte sich ungewohnt, aber überraschend gut an.

„Schatz ich bin zu Hause“ Thomas war etwas früher als gewohnt aus dem Büro gekommen. Eigentlich hatte Anne ihn erst in einer halben Stunde erwartet, wollte sich an das Tragegefühl gewöhnen. Nur gut, dass sie sich ins Bad zurückgezogen hatte. Sie atmete nochmal tief ein, streckte sich, ja die Joyballs saßen gut. Sie merkte aber, dass sie ihre Muskulatur etwas kontrollieren musste um das Teil an Ort und Stelle zu halten. „Ich komme!“ Sie wusch sich noch schnell die Hände und verließ dann das Bad. Nicht aber, ohne sich vorher mit einem schnellen Griff in die Haare die Frisur gerichtet zu haben. „Ich sehe aus als ob ich gerade Sex gehabt hätte“ . Hoffentlich merkte er nichts.

Nachdem sie erst gestern mit Thomas geschlafen hatte, würde er sie in den nächsten Tagen in Ruhe lassen. Er wusste, dass sie ihn so bald nicht mehr ranlassen würde. Mit einem Lächeln begrüßte sie ihren Mann. Oh, wenn er wüsste. Tief in sich fühlte sie die Schwingungen und es kostete sie schon ein wenig Beherrschung das Teil an Ort und Stelle zu halten. Verstohlen legte sie die Hand zwischen die Beine, nein, nichts rutschte das raus. Es war, als ob das Teil eine Energie abgab die sie strahlen ließ. Sie fühlte sich gut, seit langem wieder als Frau.

Der restliche Abend verlief wie immer. Sie bereitete das Abendessen und während sie den Abwasch machte zog sich Thomas vor den Fernseher zurück. „Du strahlst ja heute so. Hattest du einen schönen Tag?“ Komisch, dass es ihm auffiel. Normalerweise war er ja nicht so aufmerksam. “ Ja, ich war ein wenig in der Stadt bummeln, habe aber nicht wirklich was gefunden das zu kaufen sich gelohnt hätte“ Wenn er wüsste WAS sie sich zugelegt hatte. Aber er wäre bestimmt nur der Meinung dass sie es sich zu SEINEM Vergnügen gekauft hatte. So wie er auch der Meinung war, dass sie seinem Vergnügen diente. Aber damit war nun Schluss!

 

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